In einem Vortrag am 30. Januar 2024 erklärte Lars Brügmann wie das Geoinformationssystem QGIS im Sachverständigenbüro eingesetzt werden kann und welche neue Möglichkeiten es eröffnet.
Der Vortrag zeigt die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Open-Source-Geoinformationssystems QGIS im Sachverständigenbüro. Ausgangspunkt sind die Grundlagen der Arbeit mit Geodaten und deren Darstellung in Raster- und Vektor-Layern. Neben lokal gespeicherten Daten können auch Online-Geodatendienste wie WMS und WFS eingebunden werden. Dadurch lassen sich beispielsweise Bodenrichtwerte, Bodenschätzungen, Katasterdaten oder Luftbilder direkt in ein QGIS-Projekt integrieren.
Anhand der Programmfunktionen wird gezeigt, wie Layer kombiniert, bearbeitet und ausgewertet werden können. Die Attributtabellen ermöglichen die Verknüpfung räumlicher Informationen mit Sachdaten und einen Datenaustausch mit Excel. Weitere Funktionen sind die automatisierte Berechnung von Flächen und Entfernungen, die Beschriftung und Symbolisierung von Objekten, die Georeferenzierung von Karten und Luftbildern sowie die grafische Modellierung zur Automatisierung wiederkehrender Arbeitsschritte. Für Ortstermine können mobile Anwendungen eingesetzt werden, mit denen Punkte, Linien und Flächen direkt vor Ort erfasst und anschließend in QGIS weiterverarbeitet werden.
Die Praxisbeispiele verdeutlichen den Nutzen für die Sachverständigentätigkeit: Dazu gehören die Georeferenzierung eines Plans, die Ermittlung geschädigter Flächen anhand georeferenzierter Drohnenaufnahmen, die Bearbeitung umfangreicher Flurstücksdaten, die Auswertung von Höhendaten bei der Renaturierung eines Polders sowie Flächenermittlungen für Entschädigungsfragen bei einer Ortsumgehung.
Fazit: QGIS bietet im Sachverständigenbüro erhebliche Möglichkeiten zur Visualisierung, Analyse und automatisierten Auswertung räumlicher Daten. Besonders bei komplexen Bewertungsobjekten, der Ermittlung von Teilflächen und der Erstellung aussagekräftiger Karten kann das Programm die Bearbeitung von Gutachten wesentlich unterstützen. Einschränkungen bestehen insbesondere in der unterschiedlichen Verfügbarkeit von Geodaten sowie in der großen Zahl von Funktionen, die den Einstieg erschweren können.
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